Die F. M. Alexander-Technik

Die Prinzipien der Arbeit

Alexander-Technik am PC

Die Alexander-Technik nutzt grundlegende, sich ergänzende und verzahnte Prinzipien mit deren Hilfe Sie sich ein praktisch anwendbares Instrumentarium für den Alltag aneignen können.

Ihr persönlicher "Werkzeugkasten"

Die Prinzipien sind der zentrale Schlüssel, Ihre Verhaltensweisen und Gewohnheiten nachhaltig zu Ihren Gunsten zu verändern. Ich leite Sie mit diesen Prinzipien an, konstruktivere Bewegungs- und Handlungsmöglichkeiten zu erforschen und zu lernen, sich gemäß den anatomischen Gesetzmäßigkeiten zu koordinieren.

Gemeinsam untersuchen wir Situationen und Aktivitäten Ihres Alltags sowohl nach störenden als auch unterstützenden Einflüssen. Wir benennen diese und versuchen daraus gemeinsam einen konkreten persönlichen Bewegungs- und Koordinationsplan abzuleiten.

»Force of Habit – Persönliche Muster – Gewohnheiten - Zielfixiertheit

Unsere Bewegungen, unsere Körperkoordination, unser Verhalten, selbst unsere Gedanken und Gefühle werden zum Großteil von festen persönlichen Gewohnheiten und relativ starren Mustern bestimmt. Oftmals sind diese Muster allerdings nicht zu unserem Besten. Einige dieser Muster kennen wir, viele dieser Gewohnheiten sind uns allerdings unbewusst.

Wir denken also oft gar nicht darüber nach, wie wir die Dinge des Alltags ausführen. Wenn überhaupt ist uns meist das Ergebnis wichtig. Erst recht bei scheinbar kleinen und unwichtigen Verrichtungen, wie z.B. eine Tasse zum Mund führen, eine Jacke anziehen oder etwas vom Boden aufheben. Wie wir etwas erreichen spielt dabei kaum eine Rolle. Dabei kann man gerade bei diesen "kleinen" Aktivitäten sich und seine Muster sehr genau kennen lernen: Bin ich zu schnell, zu langsam, zu schusselig, zu ruckhaft, usw. usw.

Das hierbei zugrunde liegende Verhalten nennen wir in der Alexander-Technik "Zielfixiertheit".
Das bedeutet, dass wir zumeist direkt auf das "Ziel" zusteuern und schon gedanklich vorwegnehmen. Bei den Beispielen von oben ist die Tasse also in unserer Vorstellung schon am Mund, die Jacke schon angezogen oder der Gegenstand aufgehoben, noch bevor wir uns überhaupt bewegt haben.

Es laufen also automatische Programme ab. Die Alexander-Technik macht Sie mit Ihren persönlichen Mustern und Programmen bekannt. Sie lernen an ganz konkreten Bewegungen und Situationen aus dem Alltag, wie Sie reagieren, wie Sie mit sich umgehen – wie Sie die Dinge tun, die Sie tun.

»Faulty sensory Appreciation – Unzuverlässige Sinneswahrnehmung

Jeder kennt das: Man betritt einen Raum, z.B. die Küche; sofort nimmt man den Geruch der gerade zubereiteten Speise wahr. Nach kurzer Zeit jedoch ist diese Wahrnehmung verschwunden, nicht wahr? Wir haben uns daran gewöhnt.

Genau so verhält es sich mit unserer Eigenwahrnehmung, speziell den Eindrücken von Balance, Aufrichtung, Muskelspannung und "gerade/schief". Auch hier nehmen wir diese Eindrücke nicht mehr korrekt wahr. haben wir uns daran gewöhnt.Wie wir uns verhalten und bewegen ist uns vertraut und fühlt sich "normal" an. Die Sinneswahrnehmung ist also unzuverlässig geworden und eignet sich daher nur noch bedingt als Basis für unsere Koordination.

Der Grund dafür liegt in der außerordentlich effizienten Organisation unseres Organismus' und unseres Gehirns: was vertraut und damit nicht neu ist, wird dem Bewusstsein nicht mehr gemeldet. Es ist die Normalität geworden, die Norm. Eine dauerhafte Veränderung unserer Gewohnheiten und unseres Verhlatens kann somit nur über ein aktives Neu-Justieren unserer Eigenwahrnehmung erfolgen.

»Primary Control – Primärsteuerung

Haben Sie schon mal einen Affen beobachtet, der sich von Ast zu Ast schwingt? Oder eine Raubkatze, die sich an ihre Beute heran pirscht? Der ganze Körper ist gespannt und ist dabei doch alles andere als steif – bereit zum Sprung im richtigen Moment; es wirkt, als würden die Augen und der Kopf den Rest des Körpers bewegen und koordinieren.

Der Biologe »Rudolf Magnus fand Anfang des 20. Jahrhunderts heraus, dass sich sämtlich alle Wirbeltiere auf diese gleiche Art und Weise koordnieren: "Der Kopf führt und der Körper folgt". F. M. Alexander entdeckte, dass dieser Mechanismus genau so für den Menschen zutrifft. Er hatte dieses Verhältnis von Hals-Kopf-Rumpf "Primary Control" – Primärsteuerung.

Die Alexander Technik macht diesen Mechanismus wieder bewusst und bringt ihn aktiv in alltäglichen Aktivitäten für eine gute und leichte Koordination und Ausrichtung zur Anwendung.

»The whole Self – Das ganze Selbst

Nicht wenige Probleme, mit denen wir zu kämpfen haben, entstehen durch Einteilen, Trennen und ein "Entweder-Oder"-Denken, ein Schubladen-Denken. Bei vielen Symptomen und Problemen neigen wir zu einer Kategorisierung und Erklärung im rein "Körperlichen", "Seelischen" oder im "Denken".

In Wahrheit lässt sich aber bei allem, was unsere Koordination betrifft, unsere täglichen Aktivitäten, alles was wir sind und tun, eine solche Trennung nicht feststellen oder beobachten. Wenn Sie beispielsweise jemanden lächelnd begrüßen, sind eine Vielzahl von Muskeln beteiligt, gleichzeitig haben Sie eine Gefühlsempfindung der Person gegenüber und sicherlich sind sogleich Gedanken präsent. Ist jemanden begrüßen also ein körperlicher, emotional/psychologischer oder ein rationaler Akt?

Die wiederholte Erfahrung zeigt, dass selbst "offensichtlich" klar einteilbare Aktivivitäten immer den ganzen Menschen betreffen und einbeziehen. So hat etwa einen Arm heben oder Loslaufen stets etwas mit den Gedanken und den Gefühlen in diesem Moment zu tun.

Nicht zuletzt sei hier erwähnt, dass sich Symptome oft an einer bestimmten Stelle zeigen (z.B. Rückenschmerzen); die Ursache aber oft woanders liegt (z.B. in den Beinen oder in den Schultern o.ä.). Auch hier zeigt sich wieder die Einheit des Menschen als Ganzes.

»Inhibition– Nicht automatisch reagieren

Ich nehme eine Kaffeetasse in die Hand - Das Telefon klingelt - Ich steige aufs Fahrrad - Mein Chef steht in der Tür - Ich ziehe mich an - Ich setze mich an den Esstisch - Ich spiele Klavier - Ich halte eine Rede...

Wie handeln und reagieren Sie typischerweise in den oben genannten Beispielen? Was genau läuft ab?

Vielleicht bemerken Sie, dass Ihr Handlungsprogramm bereits fest steht. Sie brauchen gar nicht darüber nachzudenken, was und v.a wie Sie tun es möchten, es ist schon klar. Wie schon oben bei der "Zielfixiertheit" beschrieben, steuert man zumeist direkt auf das "Ziel" zu, hat es gedanklich schon vorweg genommen. Wir reagieren tatsächlich noch bevor wir uns überhaupt bewegt haben; es zeigen sich bereits Verspannungen und kontrakproduktive Bewegungsmuster. Auch die Gedanken und Emotionen sind angestoßen und laufen in gewohnten Bahnen.

Hier kommt die sog. Inhibition ins Spiel. Zwischen dem Impuls zu handeln und der tatsächlichen Ausführung erlauben Sie sich einen bewussten Moment der Entscheidung wie es weitergehen soll. Nicht automatisch zu reagieren, aus Ihren Programmen auszusteigen und somit in einer Vielzahl von Situationen Hinderliches, Unkonstruktives oder Unerwünschtes zu vermeiden. – Ein bewusstes "Nein" zu den alten Mustern.

So entsteht ein Freiraum, in dem dann neue Alternativen und neue Möglichkeiten des Reagierens und des Handelns möglich werden. Ein Raum für mehr Unabhängigkeit, Selbstbestimmtheit und Freiheit im Alltag.

»Directions – Anweisungen und Richtungen

Wie beschrieben hilft Inhibition, unerwünschte und hinderliche Verhaltensweisen zu vermeiden und einen neuen Spiel- und Freiraum zu eröffnen. Der so entstandene Freiraum wird nun mit den "Directions" gefüllt: Was soll nun auf welche Weise geschehen?

Welche konkreten Mittel dienen in welcher Abfolge dem am besten, was ich ausführen möchte, was ich erreichen möchte, was ich mir wünsche ? In in welche Richtungen sollte ich denken, in welche Richtungen sollte ich mich, meinen Körper insgesamt wie auch einzelne Knochen, Gelenke, Muskeln und Organe orientiern und bewegen? – Ein bewusstes "Ja" zu neuer Koordination, neuem Verhalten und neuem Agieren.

Je detaillierter, je konkreter und je indiviudelller auf Sie zugeschnitten, Sie diese Anweisungen formulieren lernen, um so wirkungsvoller werden diese Sie an Ihre Ziele bringen.

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